Dienstag, 22. August 2006 23:56
Dieses Jahr war ich das erste mal auf dem Highfield-Festival in Hohenfelden bei Erfurt. Schon beim Vorverkauf war ein Besucherrekord erkennbar. Ca. 20.000 Tickets wurden im Vorverkauf verteilt. Durch die Abendkasse waren es dann mehr als 23.000 Besucher.
Aber es war trotzdem ein gelungenes Festival ohne großes Anstehen.
Tag 1
Am Freitag Mittag trafen wir auf dem Gelände ein. Nachdem Pavillions und Zelte aufgebaut waren ging es am frühen abend zum Festival-Gelände runter. Erstes Ziel waren Eagles of Death Metal. Anders als der Name vermuten läßt spielen sie besten Rock ala Queens of the Stone Age. Das liegt wohl auch daran, dass der QOTSA-Sänger Josh Homme bei den Eagles als Drummer sein bestes gibt. In dieser Stunde wurden wir sehr gut auf das Festival eingestimmt.

Um 23:00 traten Coheed and Cambria auf. Eine Band die mir völlig unbekannt war. Der kräftige Metalsound wird bei dieser Band leider durch eine recht ungewöhnliche Stimme des Leadsängers gestört. War nicht ganz mein Fall. Kurz nach Mitternacht stand mit den Beatsteaks das erste Highlight des Festivals auf dem Spielsplan. Sie spielten altbekannte Hits zu denen die Masse sehr gut abging. Zusätzlich begeisterten die Berliner durch Interpretationen von “No one knows” (Queens of the Stone Age) und “Sabotage” (Beasti Boys).

Gegen 2:00 ging der erste Festival-Tag zu Ende.
Tag 2
Musikalisch startete der zweite Festivaltag für uns schon um 12:00 mit dem Auftritt von Wolfmother. Die Newcomer von Down Under begeisterten mit dem kurzen Auftritt schon tausende Frühaufsteher.

Danach hämmerten CKY mit ohrenbetäubender Lautstärke auf das Publikum ein. Für mich ging das Festival mit dem Auftritt von Danko Jones weiter. Sie brachten in der Nachmittags-Sonne guten kräftigen Rocksound. Auch wenn sich der Sänger etwas zu oft feiern ließ, war es doch ein 45-minütiger energiegeladener Auftritt. Sehr schön.

Um 19:00 machten wir uns, mit etwas Alkohol in Stimmung gebracht, auf den Weg zu Fettes Brot. Sie konnten nicht nur durch ihre Klassiker “Da draussen”, “Jein” oder “The Grosser” begeistern sondern auch durch interpretationen von Rage against the Machine und den 4 Versionen von Nordisch by Nature.

Im Anschluss gleich das nächste Feuerwerk mit Seeed aus Berlin. Auch wenn sich das Programm nicht groß von den diesjährigen Auftritten im Treptower Park unterschied machte es doch so viel Spass, dass man den aufziehenden Regen ignorierte.

Pünktlich nach dem Auftritt fing es dann richtig heftig zu regnen an. Da wir unser Zelt entwässern mussten blieb uns leider der Auftritt von den Kaiser Chiefs verwehrt. Nach der Trockenlegung gingen wir noch einmal vor zu den Helden. Trotz Schwangerschaft von Judith lieferten sie eine gute Show mit recht guten Lichteffekten.
Tag 3
Der Sonntag begann wie am Tag davor mit Frühstück gegen 12 Uhr auf dem Festival-Gelände. Zu diesem Zeitpunkt spielten gerade Virginia Jetzt. Aber wie ich zu dieser Musik stehe hab ich ja schon im letzten Artikel berichtet. Um 14:00 war es wieder Zeit für etwas HipHop. Clueso mit Band besuchte das Festival in der nähe seiner Heimatstadt. Es waren knapp 40 Minuten schöne Musik, aber nichts richtig besonderes dabei.

17:30 standen die Sportfreunde Stiller auf unserem Plan. Die Stunde der Sportfreunde war aber nicht so wie ich es erwartet hätte. Hauptsächlich Songs der neuen Platte, die von den bisher erschienenen für mich die schlechteste ist. Die wenigen Hits brachten das Publikum aber trotzdem recht gut zum Feiern. So wurden die letzten Wasserreste des Vortags mit Schuhen und Kleidung aufgenommen.

Als nächstes standen Mando Diao auf der Bühne. Beim Soundcheck haben sie wohl etwas gefuscht. Denn obwohl ich nicht sehr weit von der Bühne entfernt war, kam kaum etwas bei mir an. Später wurde die Lautstärke dann noch etwas hochgeregelt. Trotzdem ist es eine sehr schön anzuhörende Musik. Und in das kommende Album werde ich mit Sicherheit mal reinhören.

Es folgte Gentleman mit seiner gewohnt langweiligen Reggae-Musik. Aber das sehe wohl nur ich so, denn es waren tausende vor der Bühne am Feiern. Ich nutze die Zeit für gepflegte (überteuerte) Nahrungsaufnahme und war gespannt auf Massive Attack die den Abschluss des Festivals bilden sollten. 22:15 Uhr war es dann soweit. Ein audio-visuelles Spektakel auf höchstem Niveau begann. Großartige Lichteffekte gepaart mit den besten Live-Stimmen die ich jemals gehört hatte machten diesen Auftritt der Headliner zum Highlight des Festivals. Auch wenn sie nicht so “rocken” wie viele der anderen Künstler sollte man sich nicht entgehen lassen Massive Attack einmal Live zu erleben.

Fazit
Das Highfield-Festival war für mich ein sehr gelungener Abschluss des Festival-Sommers. Organisatorisch und musikalisch lobenswert. Ich kann mir vorstellen wieder dort hin zu fahren.
Meine Top 10 der Auftritte:
- Massive Attack
- Beatsteaks
- Seeed
- Fettes Brot
- Wolfmother
- Eagles of Death Metal
- Danko Jones
- Mando Diao
- Wir sind Helden
- Sportfreunde Stiller