Das war das Melt 2006
Sonntag, 16. Juli 2006 20:41

Einmal wieder liegt das Festivalwochenende hinter mir, dass Freitag Nachmittag bei herrlichstem Wetter begann.
Tag 1
Nach der Ankunft, dem Zeltaufbau und dem leider sehr langem Anstehen beim Einlass haben wir uns erst einmal mit MTV-News-Moderator Markus Kavka “eingegroovet”.

Mit Erobique und Hot Chip haben wir uns auf elektronische Acts eingestimmt und dann folgte das erste Highlight mit der Mediengruppe Telekommander. Anders als 2004 war dieses Mal die Gemini Stage überfüllt. Und die Leute gingen gut mit. Schon beim 3 Song “Kommanda” mussten einige die Tanzfläche mit schwächelndem Kreislauf verlassen. Die beiden gaben alles und das Publikum dankte es ihnen.
Weiter ging es mit Erlend Øye, der aber auf nem Festival nicht so gut rüber kommt, wie im heimischen Wohnzimmer. Die Headliner Pet Shop Boys haben wir uns nur aus der Ferne kurz angesehen. Es bleibt nun mal seichter Mainstream-Pop der nicht typisch für dieses Festival ist.
Mia haben wir uns nur angeschaut und dabei Kräfte gesammelt für den letzten Act des ersten Abends. Das war Deichkind die ihren Auftritt im letzten Jahr sowie ihre Tour mit diesem Gig noch einmal toppten. Nicht ganz unschuldig daran war auch das Publikum vor der Bühne. Die springende, pogende Masse reflektierte das Spektakel auf der Bühne. Der Auftritt war eine Stunde Energie pur und für die Besucher wohl das größte Highlight des ganzen Festivals. Zum Abschluss wurde das Publikum von Deichkind auf die Bühne eingeladen um noch einmal Remmi Demmi zu machen. Der Herzschlag der Security wird sich sicher bei dieser Einladung verdoppelt haben ![]()

Tag 2
Den 2. Tag begannen wir, nachdem wir Klee links liegen gelassen haben mit der großartigen Band Editors. Ich kannte bis dahin nur die Single “All Sparks”. Aber auch die anderen Songs können sich hören lassen. Ich würde sogar behaupten das Editors eine rockigere Version der großen Band Coldplay werden könnten. Klasse Stimme des Sängers Tom Smith und der angenehme britsche Rocksound machen Editors zu einer der neuen Bands die mir dieses Festival geboten hat. Das ist auch einer der Vorteile solcher Festivals.

Es folgten einige Bands die mich nicht so ansprechen (Blumfeld, Das Pop und Tomte). Danach musste ich mich zwischen 3 Auftritten entscheiden und muss sagen, dass ich mich wohl für die falschen entschieden habe. Als erstes haben wir uns kurz Jamie Lidell angeschaut. Er besticht durch eine Stimme die man auf solchem Festival nicht vermuten würde. Aber neben dem Gesang konnte er auch im One-Man-Beatboxing begeistern. Da auf den anderen Bühnen Peter Licht und Matthew Herbert auf dem Plan standen haben wir uns leider gegen Jamie entschieden. Peter Licht war mir ein wenig zu arrogant und auch recht langweilig und ich bin dann auf die Gemini-Stage zu Herbert. Mit der Musik und teilweise jazzigen Einflüssen kann er zwar für das heimische Wohnzimmer aber ähnlich wie Erlend Øye nicht unbedingt für das Festival empfohlen werden.

Gegen 23:30 stand dann das nächste Highlight des Festivals an. The Streets besuchten das Melt trotz der Tour-Absage. Das Festival und das Publikum müssen Mike Skinner doch vor 2 Jahren so begeistert haben, dass er unbedingt wieder kommen wollte. Und auch dieses Jahr gab ihm das Publikum recht. Die gefüllte Medusa Mainstage feierte bis rauf zu den “Balconies” mit. Dabei entwickelt sich Mike zu einer Art Animateur. Er bringt tausende Zuschauer, die alle schon einige Stunden Festival in den Knochen hatten, dazu in die Hocke zu gehen um dann mit einem Mal nach oben zu springen. Ich war mittendrin, aber ich denke von der Seite sah das auch Klasse aus ;-). Zum Glück bietes das musikalische Repertoire der Band auch Songs um Kräfte zu sammeln.
Weiter im Programm ging es mit einem Hero der elektronischen Musik - Aphex Twin. Die Musik war Klasse aber der Richard D. James wirkte etwas verloren auf der riesigen Mainstage.
Danach hab ich mir trotz des guten weiteren Lineups (Nightmares on Wax und 2manyDJs) erst einmal eine Auszeit im Zelt genommen. Das Festival macht einem gerade 28-jährigen dann doch physisch etwas zu schaffen.
Der letzte Gang über das Festivalgelände war dann am frühen Morgen. Roni Size brachte ein Drum & Bass zum besten, dass das von LTJ Bukem im letzten Jahr in den Schatten stellt. Aber meine Füsse wollte einfach nicht, dass ich mich dazu bewegte. Auf der Gemini-Stage sorgten gerade Le Hammond Inferno für den Festival-Abschluss. Das Set der beiden war Klasse. Nur gaben sie einem etwas eigenartigen Jung-Musiker dazwischen die Chance für einen Auftritt. Das war nicht sehr angenehm für die Ohren.
Das war das Melt 2006. Bestes Wetter. Klasse Musik. Teuer. Eine Menge Spass und einen schönen Geburtstag.
Auf das es 2007 mindestens genauso wird….
Thema: Ausgehen | Kommentare (0) | Autor: tkr
